Über uns

Erfahren Sie mehr über Mandat, Vision und institutionellen Hintergrund des Refugee Advisory Board Germany.

Mission

Die Stimmen und das Fachwissen von Geflüchteten, Asylsuchenden und anderen gewaltsam Vertriebenen durch ihre aktive und sinnvolle Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken. Wir fördern die Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren, bringen die Perspektiven, das Fachwissen und die Lebenserfahrungen von Geflüchteten ein und setzen uns für gerechte, rechtstaatlich fundierte Lösungen ein, die nachhaltige Wege zur Integration und gesellschaftlicher Teilhabe aller Geflüchteten eröffnen.

Vision

Eine Welt, in der die Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen von Geflüchteten die Entwicklung und Umsetzung gerechter und wirksamer politischer Maßnahmen maßgeblich mitprägen, die den Schutz, die Selbstbestimmung, die Würde, die Resilienz und die dauerhafte Integration von geflüchteten Menschen stärken. 

Gründung des Refugee Advisory Board Germany für eine sinnvolle Beteiligung von Geflüchteten

Im Juni 2024 lebten rund 3,3 Millionen Geflüchtete und Schutzsuchende in Deutschland, was das Land zu einem der weltweit führenden Aufnahmeländer für Flüchtlinge macht. In Absatz 34 des 2018 von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Globalen Paktes für Flüchtlinge wird ausdrücklich auf eine sinnvolle Beteiligung von Flüchtlingen Bezug genommen: „Maßnahmen sind am wirksamsten, wenn sie diejenigen, die sie schützen und unterstützen sollen, aktiv und sinnvoll einbeziehen …“. 

Die Beteiligung von Geflüchteten an internationalen Dialogen hat sich jedoch nur langsam entwickelt. Beim ersten Global Refugee Forum (GRF) im Jahr 2019 nahm nur Kanada eine:n Geflüchtete:n in seine nationale Delegation auf, und der Gesamtanteil der Geflüchteten an den Teilnehmern betrug 2,3 Prozent. Für das erste High-Level Officials’ Meeting im Jahr 2021 folgten Deutschland und die Vereinigten Staaten dem Beispiel Kanadas und nahmen Berater:innen mit Fluchterfahrung in ihre Delegationen auf. Im Jahr 2023 stieg die Zahl der am GRF teilnehmenden Geflüchteten auf 300, was zehn Prozent der Gesamtteilnehmerzahl entsprach, und 13 Länder nahmen Berater:innen mit Fluchterfahrung in ihre nationalen Delegationen auf, insgesamt 16 Geflüchtete. Dieser positive Trend reicht jedoch bei weitem nicht aus. 

Die Beteiligung von Menschen mit Fluchterfahrung an politischen Entscheidungsprozessen ist nicht nur eine moralische Verpflichtung der Staaten sondern auch eine Voraussetzung für die Entwicklung nachhaltiger und wirksamer Politik. Die Einbeziehung von Beratern mit Fluchterfahrung in staatliche Entscheidungs- und Beratungsprozesse muss über punktuelle Ad-hoc-Formate hinausgehen und strukturiert, transparent und nachhaltig verankert werden, um einen wirksamen politischen Dialog und tragfähige politische Entscheidungen zu fördern.  

Aktivitäten und Aufgaben des Refugee Advisory Board Germany

Die Mitglieder des Refugee Advisory Board (RAB) Germany spielen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der globalen Flüchtlingspolitik. Sie nehmen als offizielle Mitglieder der deutschen Delegation an wichtigen internationalen Treffen zu Flüchtlingsfragen teil, wie den Sitzungen des Exekutivkomitees des UNHCR (ExCom), dem Global Refugee Forum (GRF) und hochrangigen offiziellen Treffen. Die Mitglieder des Beirats arbeiten daran, die notwendigen Strukturen aufzubauen, um sicherzustellen, dass Expert:innen mit eigener Erfahrung von Vertreibung sinnvoll an der (inter)nationalen Politikgestaltung teilnehmen können, und erfüllen damit Deutschlands beim GRF eingegangene Verpflichtung zu deren Einbeziehung.  

Die Mitglieder des RAB sind zudem aktiv an nationalen gesellschaftspolitischen Prozessen beteiligt und arbeiten eng mit zentralen deutschen Regierungsstellen zusammen, darunter das Auswärtige Amt (AA), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundeskanzleramt. Sie nehmen an Konsultationssitzungen mit Ministerien, der Zivilgesellschaft und dem UNHCR teil. 

Darüber hinaus beraten die Vorstandsmitglieder staatliche und nichtstaatliche Akteure zu flüchtlingsbezogenen Strategien auf nationaler und transnationaler Ebene. Zur Unterstützung dieser Bemühungen veröffentlicht das RAB Policy Briefs, um Entscheidungsträger zu informieren und anzuleiten. Das RAB zielt darauf ab, die Vertretung und Verstärkung der Stimmen von Geflüchteten in (inter)nationalen Prozessen und Strategien im Zusammenhang mit Vertreibung und Flüchtlingsschutz zu stärken.  

Das Sekretariat, das die Aktivitäten des RAB koordiniert, ist bei bicc angesiedelt.